Dabei konnte ihnen angesichts ihrer desaströsen finanziellen Lage nichts Besseres passieren. Für den US-Markt sind die Insolvenzen dagegen keine gute Nachricht - weil nicht existenzfähige Unternehmen künstlich am Leben gehalten werden.
Das US-Konkursrecht ermöglicht den Airlines - seit 2002 bereits fünf Gesellschaften - eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Das bedeutet in der Praxis, dass sie den Betrieb aufrechterhalten, niedrigere Löhne durchsetzen und Pensionslasten auf den Staat abwälzen können. Sogar Expansion auf den lukrativen transatlantischen Verbindungen ist möglich.
Die hohen Treibstoffkosten, die Delta und Northwest angeblich in die Insolvenz getrieben haben, sind ein Vorwand. US-Frachtflieger wie UPS sichern sich ebenfalls nicht gegen hohe Kerosinpreise ab und haben weit geringere Probleme. Es sind auch nicht mehr die Nachwirkungen des 11. September, die den Airlines zu schaffen machen: Die Reisetätigkeit in den USA stieg zuletzt auf Rekordniveau. Das Problem der US-Fluggesellschaften ist, dass ihr Kostenmanagement jahrelang den schärfer werdenden Wettbewerb ignoriert hat. Bestraft werden sie dafür nun kaum.
Die Europäer sollten sich nun nicht darauf beschränken, gegen Wettbewerbsverzerrung durch die Amerikaner zu wettern. Sie sollten aus den Pleiten lernen, wie falsch und teuer es ist, strukturelle Überkapazitäten in Märkten zu verteidigen.