Erst hatte die Rating-Agentur Fitch den Daumen weiter gesenkt und die Bonitätsbewertung des Unternehmens noch tiefer in den "Ramsch"-Status herabgestuft. Beim
GM -Zulieferer
Delphi drohen ein Streik und damit Lieferengpässe, das operative Geschäft des größten US-Autobauers läuft bestenfalls holprig. Die
Bank of America schätzt das Risiko eines Bankrotts binnen der nächsten zwei Jahre mittlerweile mit 40 Prozent ein. Und dann musste GM zum Entsetzen des Marktes auch noch einräumen, dass in seinen Bilanzen offensichtlich nicht alles so ist, wie es sein soll.
Auf Grund einer "irrtümlichen" Buchung sei der Reingewinn 2001 um 300 bis 400 Mio. $ zu hoch ausgewiesen worden. Die GM-Aktie brach auf ein 13-Jahres-Tief ein. Die Bilanzsache an sich, so scheint es bisher, rechtfertigt die harsche Abstrafung nicht. Es geht um ein lang zurückliegendes Jahr, und Korrekturen bei den folgenden Abschlüssen seien nur in "unwesentlichem Ausmaß" erforderlich, versichert der Konzern.
Doch die Anleger sind inzwischen mit gutem Recht empfindlich. Zu frisch ist die Erinnerung an Enron oder Worldcom, wo sich zunächst auch nur die Spitze des Eisbergs zeigte. Zwar haben die Aufsichtsbehörden längst reagiert und strenge Regeln eingeführt, undurchsichtig bleibt die Bilanz für viele Anleger dennoch. So verbuchen Autokonzerne einen Wagen als verkauft, sobald er von der Rampe fährt. Einen Kunden müssen sie noch lange nicht haben. Angesichts solcher Fallstricke ist für die Investoren die Sicherheit umso wichtiger, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Einmal verspieltes Vertrauen kehrt nicht so bald wieder.