FTD.de » Meinung » Kommentare » Europa - Kommissar N.N.

Merken   Drucken   13.05.2009, 20:02 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Europa - Kommissar N.N.  

Wenn sie alle es wirklich ernst meinen, dann müssen sie sich noch in den nächsten Wochen auf einen starken Kandidaten Deutschlands für die nächste EU-Kommission einigen. So schwer das mitten in einem Wahlkampf auch fällt.
Wenn sie alle es wirklich ernst meinen, dann muss sich die Große Koalition noch in den nächsten Wochen auf einen starken deutschen Kandidaten für die nächste EU-Kommission einigen. So schwer ihr das mitten in einem Wahlkampf auch fällt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass für die Deutschen in der neuen Kommission nur ein großartig dekorierter Katzentisch übrig bleiben könnte, wenn der Berliner Kandidat erst auf den letzten Drücker benannt wird, also im Herbst, nach der Bundestagswahl.
Der Fahrplan in Brüssel steht längst fest. Alles deutet derzeit darauf hin, dass Kommissionspräsident José Manuel Barroso von den Regierungschefs nach der Europawahl im Juni für eine weitere Amtszeit ernannt wird. Er wird dann sofort beginnen, in enger Absprache mit den nationalen Regierungen seine neue Kommissarsriege zusammenzustellen. Einige Länder haben da bereits sehr konkrete Vorstellungen zu den gewünschten Ressorts und zu ihren möglichen Topkandidaten.
Die Deutschen sind bislang durch den Wahlkampf gelähmt. Industriekommissar Günter Verheugen tritt nicht mehr an, klar ist nur, dass Berlin sich auch künftig ein starkes, wirtschaftsnahes Ressort sichern will. Eine solche Platzhalterstrategie wird aber dazu führen, dass der Zuschnitt des Ressorts über Monate gefleddert wird, ehe der deutsche Kandidat antritt.
Diese fatale Schwächung lässt sich nur verhindern, wenn Berlin rechtzeitig eine starke Figur nominiert. Für Union und SPD sollte gleichermaßen der Grundsatz gelten: Lieber ein deutscher EU-Kommissar mit Einfluss als ein Parteifreund, der in Brüssel nur einen besseren Grüßaugust spielen darf.
Als Deutschlands Mann in Brüssel käme etwa der in der EU hoch angesehene Wolfgang Schäuble infrage. Aber auch - ganz koalitionsneutral - ein Kandidat wie Joschka Fischer. Klar ist: Schwarz-Rot muss jetzt Format zeigen.
  • Aus der FTD vom 14.05.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  24.06.2009 Pressestimmen "Beim Thema Afghanistan Tacheles reden"  
Pressestimmen: "Beim Thema Afghanistan Tacheles reden"

Der Tod dreier Soldaten im Kundus gibt Anlass zu neuen Diskussionen über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Verteidigungsmininister Jung will nicht von Krieg sprechen. Die Kommentatoren der deutschen Tageszeitungen fordern klare Stellungnahmen der Politik. mehr

 



Die FTD-Personendatenbank
 


  20:45 Angelina Jolie trifft Guido Westerwelle
Politik: Angelina Jolie trifft Guido Westerwelle (00:00:56)

Bei dem Treffen im Auswärtigen Amt ging es um die Situation der Flüchtlinge. mehr

Mehr zu: Angelina Jolie, Bosnien, Niebel

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote