Bis 2012 sollen die Mitgliedsstaaten ihre Luftsicherung vereinheitlichen beziehungsweise zu funktionalen Blöcken zusammenfassen. Anders als auf dem Erdboden herrscht im EU-Himmel nicht die grenzenlose Schengen-Freiheit. Hier operieren nach wie vor die nationalen Luftsicherungssysteme: Piloten finden bei jedem Grenzübertritt andere Flugbedingungen vor. Das führt zu Umwegen, Verspätungen und - derzeit besonders schmerzlich - erhöhtem Kerosinverbrauch. Kurz: Der europäische Flugverkehr ist wenig effizient und damit teuer.
In den USA, wo mehr als doppelt so viel geflogen wird wie in der EU, kommt man mit deutlich weniger Flugsicherungskosten und Verspätungen aus. Eine Vereinheitlichung in Europa könnte 3 bis 5 Mrd. Euro im Jahr einsparen, sagen die Airlines. Das brächte am Ende den Fluggästen günstigere Tarife.
Doch dass der Kommissionsvorschlag von EU-Parlament und Ministerrat abgesegnet wird, ist eher unwahrscheinlich. Vor allem Frankreich und Großbritannien wollen, was ihre militärischen Lufträume betrifft, die Zügel lieber selbst in der Hand behalten.
Dabei könnte Brüssel in Zeiten, in denen sich immer mehr Bürger fragen, was ihnen die EU - außer dem legendären Krümmungswinkel der Salatgurke - eigentlich bringt, mit diesem Thema glaubwürdig punkten.
Statt die Fluggesellschaften und ihre Kunden mit bürokratischen Verbraucherschutzauflagen zu belasten, würde man ihnen schlicht einen reibungsloseren Betrieb erlauben - wovon letztlich alle profitieren. Himmlischer Verbraucherschutz sozusagen.