Es ist ein Offenbarungseid - aber einer, der dringend notwendig war und der die Lage an den Finanzmärkten deutlich entspannt. US-Finanzministerium und US-Notenbank haben ein Hilfspaket geschnürt, das den befürchteten Kollaps der staatsnahen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac praktisch ausschließt.
Die implizite staatliche Haftung für alle Verpflichtungen dieser Institute, die bisher von den Märkten nur unterstellt wurde, wird damit explizit anerkannt.
Das ist politisch peinlich, weil die US-Regierungen eine solche Haftung in der Vergangenheit immer wieder vehement bestritten hatten. Es ist aber ökonomisch richtig, weil mit dieser offiziellen Risikoabschirmung die schlimmsten Katastrophenszenarien vom Tisch sind.
Fannie und Freddie refinanzieren sich kurzfristig am Markt. Ein breiter Vertrauensverlust hätte daher verheerende Folgen für die Institute, die eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft spielen: Sie finanzieren derzeit nicht nur einen Großteil aller neuen Hypotheken und halten so den Immobilienmarkt am Leben. Die Papiere der Government Sponsored Enterprises (GSEs) sind auch bei den ausländischen Kapitalgebern der USA sehr beliebt: Gut ein Viertel des zuströmenden Kapitals, mit dem die USA ihr Leistungsbilanzdefizit finanzieren, wird hier angelegt. Mit den GSEs steht so letztlich auch die Glaubwürdigkeit des Schuldners USA auf dem Spiel.
Vor allem durch die Zusagen der US-Notenbank steht nun fest, dass Fannie und Freddie das Geld nicht ausgeht. Im besten Fall reicht dieses Signal, um wieder so viel Vertrauen an den Märkten zu schaffen, dass am Ende gar keine Staatshilfe nötig ist. Im ungünstigen Fall wird die Politik nachlegen müssen - mit Finanzspritzen aus dem Staatsetat und einer Menge frisch gedrucktem, inflationstreibendem Geld.