Obwohl die Regierung klargestellt hatte, dass sie für alle Schulden der Finanzriesen geradesteht, forderten die Anleger immer höhere Risikoprämien.
"Show me the money - zeigt, dass ihr wirklich zahlt", lautete ihre Forderung. Finanzminister Hank Paulson hatte deshalb gar keine andere Wahl mehr, als nun Taten folgen zu lassen: Washington steigt selbst bei Fannie und Freddie ein und schießt frisches Kapital nach. Die Chefs der Institute werden abgelöst.
Das sind dramatische Schritte: Als die Krise ausbrach, ruhten alle Hoffnungen auf den beiden halbstaatlichen Hypothekenfinanzierern. Sie sollten den US-Immobilienmarkt in seiner schwersten Krise seit Jahrzehnten stützen. Nun wanken die Giganten selbst und müssen vom Staat gerettet werden - ein gewaltiges Risiko für den US-Haushalt.
An den Märkten könnte damit endlich die lang ersehnte Beruhigung eintreten. Wenn der Staat selbst das Portemonnaie zückt und das Steuer in übernimmt, muss nicht mehr gefürchtet werden, dass Fannie und Freddie bald eine gefährliche Unterkapitalisierung ausweisen. Der Geschäftsbetrieb kann weiterlaufen, was viele Gläubiger ruhiger schlafen lässt als abstrakte Zusagen des Staates für den Notfall. Immerhin summieren sich die Schulden der beiden Institute auf über 1500 Mrd. $.
Die Regierung kann nun auch besser kontrollieren, welche Risiken das Management auf Kosten der Steuerzahler eingeht. Ihr Einstieg - genauer: die faktische Rückverstaatlichung - ist schon aus diesem Grund richtig. Die Umstände dieser Aktion sind dennoch alarmierend: Mit guten Worten geht hier nichts mehr. Es ist Zahltag in Washington.