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  FTD-Serie: G20-Gipfel in London

In der britischen Hauptstadt treffen sich die 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen zum Weltfinanzgipfel. Es geht um eine neue Finanzarchitektur und die Überwindung der globalen Wirtschaftskrise. FTD.de beleuchtet die Hintergründe.

Merken   Drucken   01.04.2009, 19:36 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: G20 - Kein Platz für Milchmädchen  

Die Position der Bundesregierung vor dem Gipfel in London ist gefährlich engstirnig: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
Niemand kann erwarten, dass der G20-Gipfel in London schon die Lösung bringt. Aber am Ende des Treffens müssen sich die Teilnehmer zumindest darauf verständigt haben, was eigentlich das akute Problem in dieser Weltwirtschaftskrise ist.
Vor allem die deutsche Regierung hat sich da bisher durch eine geradezu atemberaubende Engstirnigkeit hervorgetan. Schuld, so die populäre Diagnose der Kanzlerin und ihres Finanzministers, sind eben einfach alle, die in der Vergangenheit über die Verhältnisse gelebt haben. Am deutschen Sparwesen kann jetzt die Welt genesen.
Beharrt der Exportweltmeister auf dieser Sicht, dann rückt eine schnelle und solide Erholung der Konjunktur noch in viel weitere Ferne. In Berlin braucht sich dann erst recht keiner zu wundern, wenn sich die weltweite Kritik an Deutschland weiter verschärft.
Am Anfang aller wirtschaftspolitischen Koordination muss in London die simple Erkenntnis stehen, dass Sparen und Verschulden, Überschüsse und Defizite stets zwei Seiten desselben Geschäfts sind. Die gewaltigen deutschen, chinesischen und japanischen Exporterfolge der vergangenen Jahre waren eben nur möglich, weil andere Länder sehr viel konsum- und investitionsfreudiger waren und dafür auch die entsprechend großen außenwirtschaftlichen Defizite hinnahmen.

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