FTD.de » Meinung » Kommentare » Leitartikel: Gekaufte Marktmacht

Merken   Drucken   06.09.2005, 19:08 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Gekaufte Marktmacht  

Deutschlands größter Energieversorger Eon sitzt auf prall gefüllten Kassen. Die liquiden Mittel des Konzerns lagen Ende 2004 bei gut 12 Mrd. Euro, hinzu kommen in diesem Jahr 7 Mrd. Euro aus dem Verkauf der Immobilientochter Viterra und 1,5 Mrd. Euro aus der Trennung von Ruhrgas Industries.
Da überrascht es nicht, dass Eon , sollte es tatsächlich den britischen Versorger Scottish Power  kaufen, den Preis von 15 Mrd. Euro oder mehr in bar entrichten will.
Für die Strom- und Erdgaskunden in Deutschland muss das wie blanker Hohn wirken. Die Energiepreise steigen, ein Ende ist nicht absehbar. Ansätze einer konjunkturellen Erholung drohen unter mächtigen Strom-, Gas- und Benzinrechnungen erdrückt zu werden. Sicher, Eon folgt den Gesetzen der Marktwirtschaft: wachsen, wo immer sich rentable Gelegenheiten bieten. Die Aktionäre wird das erfreuen, auch für dieses Jahr dürfen die Anteilseigner von Eon mit einer Rekorddividende rechnen. Doch was nützt es den Energieverbrauchern, wenn Eon sich anschickt, zum "größten Strom- und Erdgasversorger der Welt" aufzusteigen? Nichts.
Eon kann sich seine Einkaufstouren in ganz Europa leisten, weil sich der Konzern auf das Energiegeschäft konzentriert und Tochterfirmen wie Viterra oder Degussa  zu guten Preisen abgestoßen hat. Das mächtige Finanzpolster wird aber auch gespeist aus den Oligopolgewinnen, die Eon am deutschen Strom- und Gasmarkt einstreicht. Nun wird auch der europäische Energiemarkt neu aufgeteilt - am Ende werden hier vielleicht nur noch vier oder fünf Konzerne dominieren. Für die Energiekunden ist das eine denkbar schlechte Nachricht.
23:55:16 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
  • Aus der FTD vom 07.09.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  18:35 Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote