Da überrascht es nicht, dass
Eon , sollte es tatsächlich den britischen Versorger
Scottish Power kaufen, den Preis von 15 Mrd. Euro oder mehr in bar entrichten will.
Für die Strom- und Erdgaskunden in Deutschland muss das wie blanker Hohn wirken. Die Energiepreise steigen, ein Ende ist nicht absehbar. Ansätze einer konjunkturellen Erholung drohen unter mächtigen Strom-, Gas- und Benzinrechnungen erdrückt zu werden. Sicher, Eon folgt den Gesetzen der Marktwirtschaft: wachsen, wo immer sich rentable Gelegenheiten bieten. Die Aktionäre wird das erfreuen, auch für dieses Jahr dürfen die Anteilseigner von Eon mit einer Rekorddividende rechnen. Doch was nützt es den Energieverbrauchern, wenn Eon sich anschickt, zum "größten Strom- und Erdgasversorger der Welt" aufzusteigen? Nichts.
Eon kann sich seine Einkaufstouren in ganz Europa leisten, weil sich der Konzern auf das Energiegeschäft konzentriert und Tochterfirmen wie Viterra oder
Degussa zu guten Preisen abgestoßen hat. Das mächtige Finanzpolster wird aber auch gespeist aus den Oligopolgewinnen, die Eon am deutschen Strom- und Gasmarkt einstreicht. Nun wird auch der europäische Energiemarkt neu aufgeteilt - am Ende werden hier vielleicht nur noch vier oder fünf Konzerne dominieren. Für die Energiekunden ist das eine denkbar schlechte Nachricht.