Und ist damit seinem Motto treu geblieben: Wir machen den Weg frei. Dieser Schritt war überfällig. Nicht weil sich der Verbandschef Gravierendes hätte zuschulden kommen lassen. Aber persönliche Querelen zwischen Pleister und dem Chef der WGZ blockierten schon viel zu lange die dringend notwendige Fusion zwischen den Spitzeninstituten DZ Bank und WGZ.
Für die Volks- und Raiffeisenbanken ist der parallele Unterhalt von zwei Zentralbanken ein Luxus, den sie sich nicht länger leisten können. Die bevorstehenden Umwälzungen im Bankensektor verschärfen den Wettbewerb. Der Verkauf der Postbank und der Mittelstandsbank IKB steht an, auch bei den Landesbanken zeichnet sich die lange erwartete Konsolidierung ab.
Den Genossenschaftsbanken bieten sich nun neue Chancen: Aus DZ Bank und WGZ entstünde ein ernst zu nehmender Player, der im Konsolidierungsspiel eine aktive Rolle übernehmen könnte. Die IKB wäre ein ebenso interessantes Kaufobjekt wie kleinere Landesbanken - ganz zu schweigen von möglichen Expansionen ins Ausland.
Dafür müssen die Genossen aber Geld in die Hand nehmen - das derzeit im Betrieb von zwei Instituten gebunden ist, die die gleiche Funktion ausfüllen.
Die Finanzhäuser sind jetzt zum Erfolg verdammt. Im Gegenzug für das Opfer seines Präsidenten erwartet der Verband schnelle Fortschritte bei den Fusionsverhandlungen. Scheitert der Zusammenschluss ein weiteres Mal, wird Pleister nicht der Letzte sein, der seinen Sessel räumen muss.