Google zahlt viel Geld für einen relativ kleinen Anteil. Aber es geht auch um viel: AOL ist einer der wichtigsten Partner Googles, ein großer Teil des Werbeumsatzes mit der Suchmaschine hängt an der Kooperation. Berichte, wonach auch Microsoft am Einstieg bei AOL interessiert war, dürften die Google-Chefs recht nervös gemacht haben.
Nun sichern sie sich zunächst den Zugang zu den vielen Millionen AOL-Kunden und damit auch Marktmacht. Doch Konkurrenz droht weiterhin. Microsoft hat eine neue Suchtechnologie, mit der nächsten Version von Windows - Vista - soll sie direkt in das Betriebssystem integriert werden. Spätestens dann wird es schwierig für Google, die Marktposition zu halten.
Im Internet-Zeitalter ist es für jeden schwer, Kunden an sich zu binden. Für Suchmaschinen gilt das aber ganz besonders. Sie brauchen keine umfangreiche Konfiguration, die Benutzer sind schnell eingearbeitet. Die Konkurrenz ist wirklich nur einen Mausklick entfernt: Kommt ein Anbieter mit einer neuen, besseren Suchtechnik auf den Markt - sei es Microsoft, Yahoo oder ein anderer -, kann Google seine unangefochtene Topposition schnell verlieren.
Google weiß das, daher investiert das Unternehmen: in die Absicherung von Marktanteilen, neue Technik und neue Produkte. Das spiegelt sich auch im Einstieg bei AOL. Es geht nicht nur um Suchtechnik. Beide Partner werden unter anderem auch bei Instant Messaging, einer Art Internet-Telegramm, kooperieren. Atempausen gibt es nicht - nicht einmal, wenn man Google heißt.