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Merken   Drucken   09.10.2008, 20:48 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Heikle Verspätung  

Dass die Bahn wegen der Finanzkrise vorerst nicht an die Börse geht, ist vor allem eins: folgerichtig. Die drohende neue Grundsatzdebatte könnte aber verhängnisvoll werden.
Die Abfahrt verzögert sich mal wieder. Und wie so oft ist höhere Gewalt schuld. Allerdings geht es dieses Mal nicht um die Ankunft der Bahn im Frankfurter Hauptbahnhof, sondern auf dem Frankfurter Börsenparkett. Und nicht ein neuer Orkan legt alles lahm, sondern die Finanzkrise.
Der größte Unterschied zur normalen Verspätung ist aber, dass die Bahn dieses Mal alles richtig macht, wenn sie den angepeilten Fahrplan außer Kraft setzt. Sie will an die Börse, also muss sie nach deren Regeln spielen. Wenn die Investoren momentan einfach nicht mitziehen, würde auch ein IPO mit der Brechstange scheitern.
Trotzdem aber birgt die Verzögerung eine große Gefahr: Die Märkte werden sich innerhalb der nächsten paar Wochen vermutlich nicht grundlegend drehen. Zwar halten Bundesregierung und Bahn-Vorstand am Konzept fest. Dass es noch in diesem Jahr losgeht, ist aber nahezu ausgeschlossen. So dürfte der Börsengang sich eher ins zweite Quartal 2009 verschieben - und damit gefährlich nah an die Bundestagswahl heranrücken.

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