Rhetorisch gibt Ackermann weiter den starken Mann, der höchstens "einige Schwächen" seines Instituts einräumt. Der eine staatliche Bad Bank für toxische Papiere zwar allgemein fordert, sie aber nicht selbst zu nutzen gedenkt, der für sich "absolut keine Notwendigkeit für weiteres Kapital" sieht - vom Staat schon gar nicht. Und der noch über Dividendenausschüttungen an seine Aktionäre sinniert, während die Konkurrenz sich darüber den Kopf zerbricht, wie sie überhaupt die Zinsen für staatliche Kapitalspritzen bezahlen soll.
Unter normalen Umständen würde der Markt solche Aussagen vermutlich als positives Signal werten - wer öffentlich über Dividenden redet, hat offenbar noch etwas zu verteilen. Im Fall des Deutsche-Bank-Chefs allerdings haben markige Worte und Gesten ihre Wirkung verloren, wie der Sturzflug der Aktie zeigt.
Es ist ja ehrenwert, dass Ackermann anscheinend alles tut, um keine Staatshilfen in Anspruch zu nehmen. (Wenigstens keine direkten, wenigstens jetzt noch nicht.) Mit dem schlechtesten Ergebnis der Firmengeschichte ist seine Glaubwürdigkeit aber dahin.
Zugegeben, niemand konnte vorhersehen, wie tsunamiartig die Finanzkrise am Ende durch die Bilanzen sämtlicher Banken fegen würde. Aber Ackermann hat sich immer wieder besonders weit vorgewagt. Kein anderer Bankmanager hat so häufig und mit so viel Selbstbewusstsein das baldige Ende der Finanzkrise ausgerufen - und wurde dann vom Verlauf der Dinge dermaßen schallend geohrfeigt.
Ackermann pokert weiter, verspricht, ohne Hilfe auszukommen. Das ist ein hehres Ziel. Es sollte nur keiner glauben, dass die Aussagen des Deutsche-Bank-Chefs Rückschlüsse auf die Qualität seines Blatts zulassen.