Jetzt also schon wieder einer dieser Absahner: große Sprüche und ein größeres Gehalt als alle Vorgänger; den ganzen Laden auf den Kopf gestellt, aber trotzdem nur Absturz und Misserfolg auf der ganzen Linie; und zum Abschied nach nicht einmal zwölf Monaten der juristische Kampf um die Riesenabfindung - 5 Mio. Euro angeblich.
Höchste Zeit, dass der Staat solche Exzesse endlich verbietet!
Wäre Jürgen Klinsmann ein normaler Manager, dann liefe die politische Empörungsmaschine längst auf Hochtouren. Weil er aber als Sportstar in einer anderen Liga spielt, ist sein Rauswurf als Trainer bei Bayern München zum Glück nur ein Thema für die Theken, keines für die Wahlprogramme.
Einige Kurzschlüsse in der politischen Managerdebatte lassen sich an diesem Fall gut aufzeigen. So ist festzuhalten, dass die diskutierte Abfindung zwar aus Sicht des Normalbürgers jede Vernunft sprengt. Dass sie aber nicht vom Bürger zu bezahlen ist - sondern allein vom Arbeitgeber. Und dass ihr ein freiwillig geschlossener, bindender Vertrag zugrunde liegt. Der "goldene Fallschirm" war Teil eines ausgehandelten Gesamtpakets. Wäre er verboten, hätten die Vertragsparteien andere Kompensationswege gefunden. Der Aufsichtsrat des Unternehmens wollte genau diesen einen Kandidaten mit seinem spezifischen Profil haben, und er war bereit, dafür eine hohe Gehaltsprämie zu zahlen.
Gäbe es eine Regel, die den Erfolglosen verpflichten würde, für Schäden wie etwa ein Nichterreichen der Champions League zu haften, hätte sich der Trainer auch dieses Risiko zweifellos vorab ausreichend vergüten lassen.
Strategie und Personalauswahl eines Unternehmens müssen letztlich immer von dessen Eigentümern (respektive dessen Aufsichtsrat) bestimmt und verantwortet werden. Wer es inakzeptabel findet, dass der Staat - etwa über das Steuersystem - stets einen Teil dieser Risiken mitträgt, der sollte dann konsequent sein: Gehaltslimits müssten nicht nur für Manager, sondern beispielsweise auch im Profifußball eingeführt werden.