Bislang ist es in dieser Krise noch immer schlechter gekommen als ohnehin schon befürchtet. Da ist es bereits ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass die deutschen Unternehmen in der neuen Ifo-Umfrage erstmals seit einem Dreivierteljahr wieder einen Tick zuversichtlicher sind. Von einer Trendwende kann hier keine Rede sein - aber wenigstens scheint sich der Ausblick jetzt erst einmal auf einem sehr niedrigen Niveau zu stabilisieren.
Für die Bundesregierung kommt diese Nachricht genau im richtigen Moment. Denn die leicht verbesserten Zukunftserwartungen, die das Ifo-Institut in der Bauwirtschaft und beim Einzelhandel ausgemacht hat, dürften zumindest teilweise auch auf das Konjunkturpaket zurückzuführen sein, das in dieser Woche in Berlin verabschiedet wird. Das politische Signal, die öffentlichen Investitionen und die Kaufkraft der Bürger stärken zu wollen, ist offenbar im Lande angekommen.
Für einen kräftigen Zusatzimpuls sorgt der Rückgang der Energiepreise, der die Budgets der Verbraucher ebenfalls spürbar entlastet. Auch die gesunkenen Zinsen helfen - trotz aller Debatten um eine stockende Kreditvergabe der Banken.
In einem optimistischen Szenario kann daraus eine kräftigere Binnennachfrage werden, die die Konjunktur im Laufe des Jahres stabilisiert.
Selbst dann wird der Exportweltmeister Deutschland aber immer noch massiv vom Einbruch der Weltwirtschaft getroffen werden. Und auch im Inland bleiben große Risiken. Noch hat die Krise den deutschen Arbeitsmarkt überhaupt nicht mit voller Wucht erreicht, noch ist die Zahl der Unternehmenspleiten gering. Was sich hier zusammenbraut, ließ sich zuletzt aber schon am spektakulären Insolvenzfall Qimonda erkennen.
Wenn Jobs im großen Stile in Gefahr geraten und wenn das Finanzsystem durch Ausfälle großer Schuldner von Neuem schwer erschüttert wird, dann muss auch mit einem kräftigen Dämpfer für die Inlandsnachfrage gerechnet werden. Die Hoffnungen des Einzelhandels könnten dann schnell ein weiteres Mal enttäuscht werden.
Von der Momentaufnahme eines positiven Indexwerts sollte sich deshalb keiner täuschen lassen. Am allerwenigsten die Bundesregierung: Sie muss jetzt dafür sorgen, dass ihr Konjunkturpaket wenigstens psychologisch weiterhin wirkt. Rein finanziell wird es schließlich nur kleckerweise und erst mit vielen Monaten Verspätung greifen.