Jetzt melden die Statistiker, was sich vor zwei Wochen schon abzeichnete: dass die Geschäfte doch nicht so schlecht liefen. Mehr noch: Weitere Korrekturen sind zu erwarten, und am Ende könnten die Umsätze sogar gestiegen sein.
Das ist im Grunde erfreulich. Was die Statistiker da hin und her veröffentlichen, grenzt allerdings an Fahrlässigkeit. Denn die ersten Schätzungen fallen systematisch eher katastrophal aus, sie müssen schon seit Jahren am Ende drastisch nach oben korrigiert werden. Bereits für das Weihnachtsgeschäft 2004 meldete Destatis zunächst schwere Einbrüche, die sich später als Phantom erwiesen. Nach dem heutigen Kenntnisstand stiegen die Umsätze damals. Das wird wohl auch diesmal so sein.
Das groteske Problem dahinter ist: Den Datenerhebern gelingt es nicht, die umfragebedingte Untererfassung der Umsätze in den ersten Erhebungen vernünftig zu korrigieren. Das führt alle paar Wochen zu Negativschlagzeilen über den Handel und die Binnennachfrage, die in Wahrheit ein rein statistisches Phänomen wiedergeben. Die Korrekturen nach oben machen dagegen kaum Schlagzeilen. Sprich: Verbreitet werden systematisch übertrieben schlechte Nachrichten. Das trägt weder zur nötigen Überwindung deutscher Depressionsneurosen bei noch dazu, ausländische Investoren davon zu überzeugen, dass es hin und wieder auch in Deutschland zu investieren lohnt.
Die Statistiker sollten ihre desaströs schlechten Schätzungen besser einstellen, bis sie wieder vernünftige Zahlen liefern können.