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Merken   Drucken   03.02.2009, 21:58 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Mehdorn - Wenn das Fell zu dick wird  

Der Chef der Deutschen Bahn hat mit dem der Deutschen Bank eines gemeinsam: Wann immer er den Mund aufmacht, kann er sicher sein, eine Welle der Empörung auszulösen.
Manch reflexartige Attacke gegen die Lieblingsfeindbilder Hartmut Mehdorn  und Josef Ackermann  war überzogen und ungerecht. Mit seinem Auftritt am Dienstag allerdings hat sich der Bahn-Chef tatsächlich für die weitere Führung des Unternehmens disqualifiziert.
Da ringt sich Mehdorn schon durch, gegenüber den Mitarbeitern in der Datenaffäre öffentlich zumindest Fehler einzugestehen - und verschweigt ihnen zugleich eine Episode, die sie sicher brennend interessiert hätte: Die Bahn hatte 2005 einen weiteren Datenabgleich vorgenommen, und zwar bei sämtlichen Angestellten. Diese Information just dann zurückzuhalten, wenn man demonstrativ für Aussöhnung wirbt, muss auf die Bahner zynisch und missachtend wirken. Der Bahn-Chef offenbart einen Mangel an menschlichem und politischem Gespür, den sich ein Staatsunternehmen nicht leisten kann.

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