Endlich ist wieder Bewegung in den Opel-Verkauf gekommen. Mit dem chinesischen Autobauer BAIC und dem US-Finanzinvestor Ripplewood sind zwei Bieter zurück im Spiel, die eigentlich schon ausgeschieden schienen. Das ist gut für das Verkaufsverfahren, weil es den österreichisch-kanadischen Zulieferer
Magna wenigstens etwas unter Druck setzt.
Magna ist der von der Opel-Mutter
General Motors und der Bundesregierung bevorzugte Interessent - und der einzige, mit dem konkret verhandelt wird. Bleibt das so, kann Magna auf die unausgesprochene Drohung bauen, einfach auszusteigen, wenn es nicht so läuft wie gewünscht. Und damit Forderungen durchsetzen, die GM viel abverlangen und Magna ersparen, selbst viel in Opel zu investieren.
Dass das nun nicht mehr so leicht geht, ist aber auch schon die einzige gute Nachricht. Denn die neuen Konkurrenten dürften Magna nicht gerade vor Furcht erzittern lassen. Keiner der beiden kann Opel und seiner britischen Schwester Vauxhall das geben, was sie brauchen: Masse. Der neue Opel-Verbund ist alleine schlicht zu klein und braucht einen operativen Partner, der zu ihm passt. Das ist weder der Chinese BAIC, der schlechte Autos baut, noch der Finanzinvestor Ripplewood, der gar keine baut. Auch Magna hat Opel außer dem russischen Absatzmarkt nicht viel zu bieten.
Anders
Fiat . Die beiden Unternehmen könnten zusammen rund vier Millionen Autos pro Jahr herstellen und erhebliche Synergieeffekte heben. Doch ausgerechnet den vielversprechendsten Bieter hat die Bundesregierung vergrault, weil das Fiat-Konzept für Opel zu viele notwendige, aber im Wahlkampf unerwünschte soziale Grausamkeiten enthielt. Mit diesem vorschnellen Ausschluss hat die Regierung sich und GM erst in die ungünstige Lage gebracht, alleine mit Magna verhandeln zu müssen.
Noch kann dieser Fehler korrigiert werden. Denn Fiat steht weiter zu seinem Angebot. Die Bundesregierung müsste nur zum Hörer greifen und Sergio Marchionnes Nummer wählen.