Mehr als acht Millionen dieser geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse gibt es inzwischen, ein gewaltiges Potenzial an Flexibilität für Unternehmen und private Haushalte, die unbürokratisch jemanden einstellen wollen, der ihnen zur Hand geht.
Eine große Chance auch für viele Bürger, die sich etwas dazuverdienen wollen. Und eine kleine, aber nicht zu verachtende Finanzquelle für die ausgezehrten öffentlichen Kassen, denen jeder Minijob ein paar Euro zusätzliche Einnahmen bringt.
Einiges spricht dafür, dass es mit der Minijob-Regelung gelungen ist, der boomenden Branche Schwarzarbeit wenigstens ein bisschen das Wasser abzugraben. Da es hier auch um einen Mentalitätswandel geht, kann das Modell womöglich langfristig noch einiges mehr bewegen.
Scharfe Kritik an den Minijobs kommt nur noch von den Gewerkschaften, die eine systematische Aufspaltung regulärer sozialversicherungspflichtiger Jobs befürchten. Selbst wenn dies in einzelnen Branchen so wäre, dürfte die Antwort aber nicht sein, die Minijobber wieder so bürokratisch zu knebeln, wie dies die rot-grüne Regierung zu Beginn ihrer Amtszeit schon einmal - mit verheerenden Ergebnissen - versucht hat.
Das Problem, dass reguläre Arbeitsplätze in Deutschland mit exorbitanten Sozialkosten belastet sind, lässt sich nicht dadurch lösen, dass alle Ausweichstrategien blockiert werden. Notwendig sind Reformen, die diese Last reduzieren oder zumindest anders finanzieren.
Weitere Leitartikel zu den Themen "Risikoprämie im Ölpreis" und "Hartz IV: Erklärungsbedarf" in der FTD-Ausgabe vom 11.08.2004.