Der lautet: Die explodierenden Userzahlen nützen den Unternehmen wenig, solange sie nicht auch zu entsprechend höheren Umsätzen und Gewinnen führen. Bislang sind die virtuellen Netzwerke daran gescheitert, Profit aus den rasanten Nutzerzuwächsen zu schlagen.
Insofern ist die Kehrtwende plausibel, die Myspace, Facebook und Google jetzt angekündigt haben: Die Unternehmen wollen den Austausch von Profildaten zwischen den einzelnen Anbietern ermöglichen, um die Seiten als zentrale Anlaufstellen im Netz zu etablieren. Wenn die schon vorhandenen User die Netzwerkseiten häufiger anklicken, so das Kalkül, steigt auch die Attraktivität der Treffpunkte für die Werbewirtschaft.
Tatsächlich ist die Steigerung der Werbeerlöse die einzige Möglichkeit, mit den Web-2.0-Plattformen Geld zu verdienen, solange kaum ein Nutzer bereit ist, für die Angebote zu bezahlen. Dennoch ist die Werbeoffensive der großen drei riskant: Auf frühere Kommerzialisierungsversuche der Netzwerkseiten reagierte die Internetgemeinde derart allergisch, dass die Anbieter schnell die Finger davon lassen mussten. Darüber hinaus gefährdet die engere Verknüpfung der Websites die Datensicherheit. Mit jeder Weitergabe persönlicher Inhalte an andere Seiten verringert sich die Kontrolle über die Daten.
Für die Webunternehmen ist die Verlockung groß, ihre Nutzer endlich zu Geld zu machen. Genauso groß ist jedoch die Gefahr, dass sie dabei ihr größtes Kapital verschrecken.