Mit eigener Leistung haben diese Prämien, die im vergangenen Frühjahr zugesagt worden waren, nichts zu tun. Selbst wenn der Vorgang formal nicht zu beanstanden ist - für die Beteiligten ist er peinlich, ja beschämend.
Der Hauptaktionär der
Postbank , die
Deutsche Post , hatte sich mit den Prämienzusagen 2008 vor allem Ruhe gesichert: Die Beteiligung sollte zum (Teil-)Verkauf gestellt werden, da hätte es schlecht ausgesehen, wenn plötzlich die Führung ausgestiegen wäre. Also band man den Postbank-Vorstand mit einer zusätzlichen Halteprämie.
Für die
Deutsche Post hat sich das vermutlich gerechnet, sie hat beim Verkauf an die Deutsche Bank einen hohen Preis für ihre Postbank-Anteile erzielen können. Allen anderen kann die Stillhalteprämie für die Topmanager aber nur ganz bitter aufstoßen. Die Minderheitsaktionäre hatten vom Deal zwischen Post und Deutscher Bank nichts, müssen nun aber zusehen, wie ein Vorstand Extraprämien kassiert, der zuletzt 820 Mio. Euro Jahresverlust und einen steilen Kursverfall der Aktie zu verantworten hatte.
Das breite Publikum darf rätseln, worin denn wohl die besonderen Belastungen für die Vorstände bestanden haben, die als offizieller Grund für die Prämien herhalten mussten. Die Verkaufsverhandlungen hat hauptsächlich der Post-Vorstand geführt und zu verantworten, nicht der Postbank-Vorstand. Dass ein Unternehmensumbau Stress bedeutet, weiß jeder Arbeitnehmer. Dass ein Vorstand dafür aber angeblich noch einmal extra entschädigt werden muss, ist blanker Hohn.
Als wäre das nicht genug, fallen die Prämien auch noch höher aus als angekündigt. Deutlich mehr als ein Jahresgehalt erhält etwa Vorstandschef Wolfgang Klein. Der hatte wegen der Krise erst vor Kurzem öffentlich auf seinen Bonus verzichtet. Angesichts der wesentlich höheren Sonderprämie fiel das wohl nicht schwer.