Die perfide Strategie der Terroristen, mit Selbstmordattacken auch gegen solche Organisationen vorzugehen, die für den Krieg gar keine Verantwortung tragen, geht auf: Die Menschen leben in Angst, in der Folge stockt der Wiederaufbau, die Amerikaner geraten in die Defensive, und eine wirksame Strategie gegen den Terror haben sie nicht.
Auch in Washington wächst daher der Widerstand gegen einen längerfristigen Einsatz der US-Streitkräfte in Irak. Sehr durchdacht sind solche Parolen aber nicht. Die USA können das Land jetzt nicht einfach seinem Schicksal und den diversen konkurrierenden Gruppen und Nachbarmächten überlassen. Ein hastiger Abzug wäre mehr als nur ein peinlicher Gesichtsverlust für die Supermacht USA. Er wäre ein strategischer Rückschlag für alle, die ein Interesse an einem erfolgreichen neuen Irak haben.
Ein "asymmetrischer Krieg", wie ihn die Terroristen mit Autobomben und Panzerfäusten aus dem Hinterhalt führen, lässt sich nur sehr mühsam ersticken. Den USA wird dies im Alleingang kaum gelingen. Sie sind darauf angewiesen, möglichst rasch auch die Unterstützung irakischer Ordnungskräfte zu gewinnen.
Die große Mehrheit der Iraker ist gegen den Terror, vor allem wenn er sich gegen Neutrale wie das Rote Kreuz richtet. Den meisten geht es auch besser als vor dem Krieg. Das wichtigste Ziel der USA muss sein, das Vertrauen und die Unterstützung dieser Mehrheit zu gewinnen.
Weitere Leitartikel zu den Themen "Komunalwahlen: Genosse Trübsinn" und "Bank of America: Mut-Macher" in der FTD-Ausgabe vom 28.10.2003.