FTD.de » Meinung » Kommentare » Siemens - Die Pille wirkt

Merken   Drucken   24.01.2008, 19:46 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Siemens - Die Pille wirkt  

Gemessen an der Tiefe des Schmiergeldsumpfs, in dem Siemens noch immer steckt, haben Vorstand und Aufsichtsrat des Traditionskonzerns eine ruhige Hauptversammlung erlebt. Zwar machten Aktionärsvertreter ihrem Ärger über die schwelende Korruptionsaffäre Luft. Die neue Konzernspitze blieb vom Anlegerzorn aber weitgehend verschont.
Als Beruhigungspille für die aufgebrachten Aktionäre diente eine überraschende Nachricht, mit der Unternehmensführung geschickt am Tag der Hauptversammlung aufwartete: Die US-Börsenaufsicht SEC ist bereit, schon bald mit dem Unternehmen über die Höhe der Strafzahlungen aus dem Korruptionsskandal zu verhandeln.
Für Siemens ist das ein wichtiger Fortschritt, um die rechtlichen und finanziellen Folgen der Affäre zu bewältigen. Zu Recht fürchten der neue Konzernchef Peter Löscher und sein Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Cromme, dass die mächtige SEC die jahrelange Praxis der schwarzen Kassen mit Milliardenstrafen sanktioniert. Auch der Ausschluss von Aufträgen der US-Regierung ist Teil des Strafenkatalogs, den die Börsenaufsicht für Fälle wie Siemens vorsieht.
Angesichts dieser drohenden Konsequenzen ist es für die Konzernspitze enorm wichtig, dass ihr die SEC eine gute Kooperation bei der Aufarbeitung des Skandals attestiert. Es kommt dem Unternehmen sehr entgegen, wenn die Behörde bereits im Februar mit den Gesprächen beginnen will. Je eher feststeht, wie stark Strafzahlungen in den USA Bilanz und Firmenimage belasten, desto eher lässt sich ein Schlussstrich unter die Affäre ziehen.
Eines jedoch kann auch die beste Beruhigungspille nicht verhindern: Die Verhandlungen mit der SEC werden monatelang dauern - und mit einer hohen Strafe enden.
  • Aus der FTD vom 25.01.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  27.05. Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote