General Motors wird nicht pleitegehen. Sagt Konzernchef Rick Wagoner. Eine mutige Aussage für einen Konzern, dem sein Kerngeschäft gerade wegbricht und der schätzungsweise 1 Mrd. $ Cash verbrennt - pro Monat.
Trotzdem wird Wagoner wohl recht behalten. Er ist schlicht "too big to fail", zu groß zum Scheitern, genau wie seine Konkurrenten
Ford und Chrysler. Die Folgen einer solchen Megapleite wären fatal: Ein kollabierender Autobauer würde etliche Zulieferer mitreißen, Hunderttausende verlören ihre Jobs. Kein US-Präsident, kein amtierender und kein künftiger, könnte das riskieren.
Und genau hier liegt die Gefahr: Politische Überlegungen dieser Art wecken Begehrlichkeiten, teure Begehrlichkeiten. Warum im Zuge der Finanzkrise nicht gleich alle darbenden Branchen vom Staat sanieren lassen? Wenn man wankende Banken verstaatlicht, könnte man doch auch gleich Geld in die Autoindustrie pumpen. Und in die Bauwirtschaft. Die Firmen sind jetzt angefixt.
Das Signal, das von dieser Logik ausgeht, ist fatal: Nicht kluges unternehmerisches Handeln wird belohnt, sondern dummes. Wer jahrelang Neuerungen verschlafen hat, den boxt der Staat raus. Die Zeche begleicht der Steuerzahler.
Deutlich sinnvoller erscheint eine Großfusion von zwei oder sogar allen drei angeschlagenen US-Autoriesen. Sie wäre schmerzhaft, aber ein normaler Marktprozess. Natürlich kämen die erwartbaren Synergieeffekte frühestens in ein paar Jahren zum Tragen. Die Regierung müsste also auch in diesem Fall Hilfestellung geben.
Das kann sie in einem klar begrenzten Rahmen auch tun. Doch der Staat darf nicht zum Deus ex Machina der Wirtschaftsbosse werden. An einem vorher eindeutig festgelegten Punkt muss Schluss sein - auch wenn die Konsequenzen bitter sind.