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Merken   Drucken   30.01.2007, 19:13 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Tchibo - Achtung, Familie  

Wenn etwas schiefläuft in ihrer Firma, müssen Familienunternehmer eingreifen. Es ist ihre Pflicht.
Beim Familienunternehmen Tchibo läuft etwas schief: Die Kernsparte, das Geschäft mit Kaffee und Gebrauchsgütern von der Unterwäsche bis zum Fernseher, gibt Anlass zur Sorge. Der Konzern hat zu viele Waren eingekauft und muss sie jetzt zu Ramschpreisen auf den Markt werfen. Gleichzeitig bedrängen Discounter wie Aldi, Penny oder Lidl den Marktführer mit ähnlichen Konzepten. Auch wenn sie im Branchenvergleich immer noch überdurchschnittlich ist - die Rendite bröckelt.
Also übernimmt Michael Herz, der tonangebende Vertreter der Tchibo-Eignerfamilie und mit einem Anteil von 35 Prozent Großaktionär, selbst das Ruder. Er kennt sich gut aus in dem Geschäft, in dem täglich rund 30.000 Verkaufsstellen beliefert werden müssen. Dennoch erregt sein Engagement einen Verdacht: Michael will seinem älteren Bruder Günter beweisen, dass er das Geschäft mindestens so gut beherrscht wie er. Als Günter Herz noch den Konzern führte, ließ er seine jüngeren Brüder spüren, dass er ihre Fähigkeiten für begrenzt hält.

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