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Merken   Drucken   06.08.2009, 19:56 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: Teure Zeiten für die Telekom  

Die Erfolgsgeschichten des Konzerns könnten in Zukunft richtig viel Geld kosten - vor allem im Ausland. Trotzdem ist die Strategie des Konzerns richtig.
Auf den ersten Blick sieht die Lage gar nicht so übel aus: Im heimischen DSL-Geschäft wächst die Deutsche Telekom  bislang weiter rasant, der Absturz bei den Festnetzanschlüssen verlangsamt sich, und auch aus dem Ausland kommen ermutigende Signale. So trägt die neu erworbene griechische Tochter OTE bereits einen guten Teil zum Gewinn bei. Selbst im Problemmarkt USA sind Umsätze und Margen zuletzt wieder gestiegen. Da scheint es folgerichtig, wenn der Konzern an den ambitionierten Prognosen für 2009 festhält.
Doch hinter den scheinbaren Erfolgsgeschichten lauern jede Menge Gefahren. So ist höchst fraglich, ob der Konzern das Wachstumstempo im DSL-Geschäft noch lange aufrechterhalten kann. Der Markt ist jedenfalls heiß umkämpft, und der zu verteilende Kuchen wird immer kleiner. Haben 2007 noch 4,6 Millionen deutsche Haushalte erstmals einen DSL-Anschluss schalten lassen, werden es in diesem Jahr voraussichtlich nur noch zwei Millionen sein. Hohes Wachstum kann hier mittelfristig nur noch mit großem Marketingaufwand erreicht werden - und der kostet viel Geld.
Auch im Ausland sind in den kommenden Monaten und Jahren hohe Investitionen nötig. In den USA steht für T-Mobile der Ausbau des UMTS-Netzes an, um auch Kunden außerhalb der Ballungsräume zu erreichen. Dazu wird der Konzern mehrere Milliarden Euro in die Hand nehmen müssen.
Selbst das offenkundig erfolgreiche Griechenlandgeschäft hat einen Haken: Die Telekom hält derzeit nur einen Anteil von gut 25 Prozent an OTE, den sie zudem teuer bezahlt hat. Will sie ihre Beteiligung weiter erhöhen, muss sie auch dafür viel ausgeben.
Trotz all dieser Hindernisse ist der Auslandskurs der Telekom strategisch richtig. Langfristig dürften sich die Investitionen lohnen. Darauf sollte der Konzern auch in schwierigen Zeiten vertrauen und nicht die Fehler aus der Vergangenheit wiederholen. Oft genug hat er im Ausland teuer erworbene Anteile aus Panik zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt wieder verkauft.
  • Aus der FTD vom 07.08.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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