Auch wenn die Positionen mittlerweile zu verfahren scheinen und die Gegner zu irrational, um sich zu verständigen: Am Ende wird eine Einigung stehen müssen, und je schneller sie kommt, desto besser.
Für
VW ist es klar das Beste, wenn der Konzern Porsche kauft - selbst um den Preis, dass
Porsche -Chef
Wendelin Wiedeking dann gehen muss. Die VW-Führung wäre damit ihre größte Sorge los: dass umgekehrt Porsche die Mehrheit an VW übernimmt, sich dabei überhebt und dann womöglich in die Insolvenz rutscht. Europas größter Autokonzern, gefesselt durch einen handlungsunfähigen Großaktionär - man muss VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch nicht mögen, um dieses Szenario abschreckend zu finden.
Aber auch langfristig birgt der Porsche-Kauf für VW interessante Chancen. Immerhin ist Porsche eine der wertvollsten Marken im Autosektor und zudem - Krise hin, Krise her - das renditestärkste Unternehmen der gesamten Branche. Die Schulden, die den Sportwagenbauer drücken, stammen nicht aus dem operativen Geschäft, sondern aus Fehlspekulationen mit VW-Aktien. Gelingt es, diese Schulden durch den Einstieg des Emirs von Katar zu drücken, ist Porsche für VW eine ausgezeichnete Ergänzung.
Für Porsche selbst wäre es verkraftbar, die Eigenständigkeit zu verlieren. Die neuen Besitzer werden sorgfältig darauf achten, die wertvolle Marke zu pflegen, und Porsche deshalb an einer ähnlich langen Leine führen wie Audi: eigener Vertrieb, eigener Markenauftritt.
Porsche-Chef Wiedeking wäre in dem Szenario der einzige Verlierer. Zu seinem Plan, den viel größeren VW-Konzern zu übernehmen, gehörte, dass das VW-Gesetz kippt. Damit hat er sich verzockt.
Die Luft für Wiedeking wird immer dünner, je länger der Streit zwischen den Porsche-Eignern andauert. Denn sein rettender Engel, der Emir von Katar, will nur bei Porsche - und auf dem Umweg über Porsches VW-Optionen auch bei VW - einsteigen, wenn die Eigner ihren Streit begraben.
Ferdinand Piëch hat es also in der Hand, den Streit so lange weiterzutreiben, bis Wiedeking aufgibt. Im Interesse der Aktionäre beider Unternehmen gilt daher: besser ein Ende mit Schrecken.