Für alle, die in dieser Weltwirtschaftskrise nur noch schwarzsehen, ist ein wenig Licht in Sicht. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten sind sich sicher, dass der Abschwung sein teuflisches Tempo verloren hat, und erkennen erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Chef des Internationalen Währungsfonds, der bislang nicht durch optimistische Prognosen aufgefallen ist, erwartet eine Erholung der Weltkonjunktur immerhin im ersten Halbjahr 2010.
Richtig an der zuversichtlicheren Sichtweise ist, dass es in den vergangenen Wochen tatsächlich zarte Signale der Stabilisierung gab. Die Aktienmärkte haben sich erholt, weil wichtige Großbanken wieder Gewinne melden. Auch die Industrieproduktion stürzt nicht weiter steil ab. Beides führt dazu, dass sich der Abschwung in den USA und in europäischen Staaten wie Deutschland im Frühjahr im Vergleich zu den beiden vorherigen Horrorquartalen verlangsamt haben dürfte.
Dass die furchterregende Geschwindigkeit der Talfahrt erst einmal gebremst ist, bedeutet aber nicht, dass der Wendepunkt schon erreicht ist. Wir haben es in dieser Krise nicht mit einem klassischen Konjunkturzyklus zu tun. Der Weg zu einer stabilen und nachhaltigen Erholung der Weltwirtschaft ist noch sehr lang.
Falsch und höchst fahrlässig wäre es daher, wenn die Regierungen der großen Industriestaaten aus den vorsichtigen Erholungssignalen die Botschaft herauslesen, dass ihr Job erledigt ist.
Zwar sind weitere Konjunkturpakete für die meisten G7-Staaten jetzt nicht vordringlich, solange frühere Hilfen erst noch ihre Wirkung entfalten. Dringenden Handlungsbedarf gibt es für die Regierungen aber bei der Sanierung der Bankbilanzen. Klar ist, dass es keinen stabilen Aufschwung geben kann, solange das Problem der toxischen Wertpapiere die Handlungsfähigkeit der Banken bei der Kreditvergabe lähmt. Da ist es kein Hoffnungszeichen, dass alle G7-Staaten noch immer herumexperimentieren und nach der richtigen Lösung suchen. Das Licht im Dunkeln schimmert nur sehr matt.