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Merken   Drucken   20.01.2008, 20:21 Schriftgröße: AAA

Leitartikel: WestLB - Zeit ist Geld  

Die WestLB braucht dringend Geld, bis zu 2 Mrd. Euro. Mit ihren Sorgen ums Eigenkapital steht die Landesbank nicht allein da. Auch viel größere Institute wie die UBS oder die Citigroup wurden von der katastrophalen Entwicklung auf dem US-Hypothekenmarkt durchgeschüttelt.
Doch während UBS und Citi die Mitteilung über ihren Abschreibungsbedarf gleich mit der Verkündung neuer Geldgeber verbinden, laviert die WestLB vor sich hin.
Das liegt vor allem an den öffentlich-rechtlichen Eignern. Sie zwingen die Bank, die Krise allein zu lösen - ohne erkennbare Fortschritte. Die Chance, einen privaten Investor in den Eignerkreis aufzunehmen, wurde allzu leichtfertig vertan.
Das könnte sich noch rächen: Denn die erfolglosen Wetten auf dem Kapitalmarkt haben bereits 2007 offenbart, dass der Düsseldorfer Bank ein überzeugendes Geschäftsmodell fehlt. Nun nagt zudem die Finanzkrise am Eigenkapital.
Die Bank wird geführt von einem Vorstandschef auf Abruf, für das Geschäftsmodell der Zukunft gibt es nur eine vage Fusionsabsprache mit der hessisch-thüringischen Helaba. Und die Gespräche über frisches Eigenkapital ziehen sich.
Es klingt fraglos verlockend, wenn das Land Nordrhein-Westfalen und die Sparkassenverbände sich grundsätzlich zu einer Kapitalspritze bereit erklären. Nur: Wenn die dann ewig nicht kommt, verliert eine solche Zusage rasch an Wert. Private Geldgeber wie bei der HSH Nordbank könnten da schneller helfen. Und wenn die auch noch ein tragfähiges Geschäftsmodell mitbringen, wäre sogar das zweite Problem angepackt.
Die WestLB ist schon lang kein Juwel mehr. Entsprechend verhandlungsbereit müssten die Alteigner beim Preis sein. Und der sinkt mit jedem Tag.
  • Aus der FTD vom 21.01.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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