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Merken   Drucken   29.12.2008, 08:21 Schriftgröße: AAA

Pressestimmen: "Die Lunte ist durchgebrannt"  

Wieder einmal dominiert im Nahen Osten die Gewalt. Offen bleibt die Schuldfrage Hat die Hamas den Konflikt provoziert? Hat Israel unverhältnismäßig reagiert? Und wie soll es jetzt weiter gehen? Die Kommentatoren von Tageszeitungen sind sich uneins.
"Nordwest-Zeitung" (Oldenburg)
Die israelische Regierung wandelt auf einem schmalen Grat. Je länger der Konflikt anhält, desto größer wird die Gefahr von Selbstmordanschlägen in Israel, von einem Überspringen der Gewalt auf das Westjordanland und Protesten arabischer Israelis. Dieser Krieg wird keine Probleme im Nahen Osten lösen. Deshalb ist jetzt ein stärkeres internationales Engagement gefragt. Für den Anfang wäre schon viel erreicht, wenn die Waffen schweigen.
"Sächsische Zeitung" (Dresden)
Die radikale Palästinenserorganisation war es, die eine Fortsetzung der Waffenruhe abgelehnt und den Beschuss Israels mit Raketen mehr als nur geduldet hatte. Wirklich überrascht konnte Hamas höchstens vom frühen Zeitpunkt des israelischen Angriffs sein. Der Gazastreifen hätte nach dem vollständigen Abzug Israels im August 2005 zum Beispiel für ein künftig friedliches Miteinander eines israelischen und eines palästinensischen Staates werden können. Das hat nicht zuletzt die Hamas verhindert. Und wieder einmal triumphiert im Nahen Osten die Gewalt.
"Schwäbische Zeitung" (Leutkirch)
Abseits aller moralischen Bedenken bleibt die Frage, was Israels Regierung eigentlich vorhat. Schließlich ist ein militärischer Überraschungserfolg noch kein Sieg. Diese Erfahrung haben die Israelis vor allem im Libanon gemacht, etwa im Sommer 2006, als sie die Hisbollah gänzlich zerschlagen wollten. Am Ende endete die Sache in einem mit Hilfe der Vereinten Nationen ausgehandelten Waffenstillstand. Ein Ausgang, der auch in Gaza zu den wahrscheinlichen Optionen zählt.

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