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Merken   Drucken   18.09.2008, 10:20 Schriftgröße: AAA

Pressestimmen: "Ein Stück aus dem Tollhaus"  

Der Verlust durch die Lehman-Überweisung könnte deutlich höher sein, als bislang angenommen. Doch schon vorher kommentierten deutsche Leitartikler die Vorgänge der KfW-Bank einheitlich: "dusselig" und "dumm".
"Neue Osnabrücker Zeitung":
Dusseliger geht es nicht. Die 300 Mio. Euro, die die staatseigene KfW ohne Not an die bankrotte US-Bank Lehman Brothers überwiesen hat, wird der deutsche Steuerzahler wohl niemals wiedersehen. Neben dem gewaltigen finanziellen Schaden müssen sich die Staatsbanker auch peinliche Fragen nach ihrer Kompetenz und der Kontrolle der eigenen Kasse gefallen lassen. Besonders ärgerlich ist, dass die peinliche Panne indirekt Wasser auf die Mühlen der Linken lenkt. Denn diese behauptet seit jeher, dass sich die Finanzströme zulasten der kleinen Leute nicht mehr beherrschen ließen. Was könnte dieses falsche Bild besser unterstreichen als eine dreistellige Millionenüberweisung in ein schwarzes Loch an der Hochburg des internationalen Kapitals, der Wall Street?
"Der neue Tag" (Weiden):
Bereits zum Wochenende hatten sich die Hinweise auf eine Schieflage beim New Yorker Institut verdichtet und wurden auch jenseits der Finanzberichterstattung gemeldet. Spätestens dann hätten die Alarmglocken schrillen und alle Geschäftsbeziehungen zu Lehman geprüft werden müssen. Dass dies nicht geschehen ist, wirft Fragen nach dem Risikomanagement der KfW auf, die bereits bei der IKB Milliarden Euro verloren hat. Es ist Zeit, das staatliche Institut einer unabhängigen Prüfung zu unterziehen.
"Flensburger Tageblatt":
Wie viel Dummheit und Dilettantismus müssen sich die Steuerzahler eigentlich noch gefallen lassen? Schon bei der IKB-Pleite, die durch Fehlspekulationen ausgelöst wurde, mussten die Steuerzahler Risiken von neun Mrd. Euro übernehmen. Zugleich haben die staatlichen Landesbanken mit wilden Spekulationsgeschäften Milliarden Euro verbrannt. Wann ist endlich Schluss mit dieser Geldvernichtung? Wann wird endlich erkannt, dass der Staat im Bankengeschäft nichts zu suchen hat? Gier und Leichtsinn haben die aktuelle Finanzkrise heraufbeschworen und die Rechnung dafür bezahlen in den USA ebenso wie in Deutschland die Bürger. Es reicht.

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