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Merken   Drucken   31.01.2009, 09:00 Schriftgröße: AAA

Pressestimmen: "Endstation Mehdorn"  

Zwar geht der Bahnchef in die Offensive und schaltet in der Schnüffel-Affäre die Staatsanwaltschaft ein. Doch der Raum könnte dennoch eng werden für den Bahnchef, meinen Kommentatoren deutscher Tageszeitungen.
"Tageszeitung" (Berlin): "Hartmut Mehdorn, geht scheinbar in die Offensive. Um die Affäre wegen der heimlichen Überprüfung von 173.000 Bahn-Beschäftigten, also von etwa drei Vierteln der Belegschaft, aufzuklären, holt sich Mehdorn jetzt den Staatsanwalt ins Haus. Das Manöver ist durchsichtig: Künftig könnten leitende Mitarbeiter Aussagen mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen verweigern.
Doch die Angelegenheit ist nicht aus der Welt. Datenschutzrechtlich, personalpolitisch und moralisch bliebe die Rasterfahndung ein Skandal - auch wenn die Chefetage nichts davon gewusst haben will. Allerdings dürfte Mehdorn vermutlich auch diese Affäre aussitzen. Wenige Monate vor der Bundestagswahl wird es sich die große Koalition nicht erlauben, ihren Mann bei der Bahn auszutauschen. Dies käme einem Offenbarungseid gleich.
Nach der Wahl werden die Karten neu gemischt. Das Unternehmen jedenfalls hat einen Chef verdient, der keine Börsen-, sondern Bahnpolitik macht - und so viel Verkehr wie möglich auf die Schiene holt."
"Nordkurier" (Neubrandenburg): "Nun naht der Vorruhestand. Nicht zuletzt deshalb, weil Mehdorn zu lange mit verdeckten Karten gespielt hat. Nur tröpfchenweise ist in den vergangenen Wochen und Monaten die gewaltige Dimension des Datenskandals bei der Deutschen Bahn ans Tageslicht gekommen. Das schädigt den Ruf des Unternehmens und untergräbt das Vertrauen von Lokführern, Zugbegleitern oder Stellwerkern in die Chefetage.
Die Verantwortung für die Vorgänge lässt sich nicht wegdelegieren. Der Bahnchef muss befürchten, dass er wegen der Datenaffäre vorzeitig aufs Abstellgleis rangiert wird zur Endstation Mehdorn."

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  • dpa, 31.01.2009
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