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Merken   Drucken   11.10.2007, 10:52 Schriftgröße: AAA

Pressestimmen: "Kerner jagte Eva aus dem Paradies"  

Eva Herman erntet für ihre öffentliche Demontage in den deutschen Medien fast Mitleid. Doch auch Johannes B. Kerner kommt bei den Kommentatoren nicht gut weg.
"Flensburger Tageblatt":
"Johannes B. Kerners Kreuzverhör mit Eva Herman über deren umstrittene Äußerungen zur Familienpolitik in der Nazizeit geriet zu einem denkwürdigen Moment deutscher Fernsehkultur. Ein inszenierter Eklat, der einer öffentlichen Hinrichtung der selbst ernannten Gralshüterin traditioneller Geschlechterrollen gleichkam und einem einzigen Zweck diente: die Zuschauerquote nach oben zu treiben. Zumindest das gelang. Der Rest ging gründlich in die Hose. Johannes ließ es sich nicht nehmen, Eva aus dem Paradies zu treiben. Gnadenlos prügelte Kerner die angeschlagene Blondine in die rechte Ecke. Höhepunkt der Treibjagd: Ein Zitat des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg über 'hemmungslosen Individualismus', den auch Herman benutzt hat und der als Beweis für ihre Gesinnungsnähe zu den Nazis dienen sollte. Ein abstruser Vergleich und ein Offenbarungseid für den Journalisten Kerner. Fazit: Der mediale Skandal endete im Fiasko - und er kennt nur Verlierer. Prädikat: Unerträglich.
"Rhein-Zeitung" (Koblenz/Mainz):
"Natürlich ist Eva Herman keine Eva Braun. Natürlich verurteilt sie die Verbrechen des Nazi-Regimes. Und natürlich verachtet sie die rechtsradikalen Umtriebe von Alt- und Neonazis. Davon muss man, wenn man sich ihren Werdegang anschaut, anständigerweise ausgehen. Von daher ist es einfach zu billig, sie wegen missverständlicher Äußerungen über die Rolle der Familie im Dritten Reich in die Nähe von braunen Massenmördern, Rassisten und Unterdrückern zu stellen. Das muss sich insbesondere eine Margarethe Schreinemakers sagen lassen, deren Rolle in Johannes B. Kerners Talkshow mehr als unrühmlich war. Sie hat 40 Minuten lang geradezu darauf gewartet, Herman abschießen zu können. Stimmung gegen eine unbeliebte Medienfrau zu machen ist eine Sache, sie zu vernichten, etwas anderes."
"Pforzheimer Zeitung":
"Natürlich ist längst klar, dass Herman aus purer Geltungssucht die Nazis zu Gralshütern des Familiensinnes stilisierte und mit einem Nebensatz abtat, dass diese Gralshüter Abermillionen Mütter, Väter und Kinder ins grausame Verderben schickte. Klar ist aber auch, dass sich Herman zuvor nicht als ausgewiesene Faschistin, sondern lediglich als Konservative mit verstaubtem Frauenbild profiliert hatte. Beide, Kerner und Herman, taugen nun vor allem als Beispiele. Als abschreckende Beispiele - wie man hier zu Lande nicht mit dem schweren Erbe des Nationalsozialismus umgehen sollte."
"Berliner Kurier":
"War der TV-Rauswurf von Eva Herman bei Johannes B. Kerner eine Inszenierung? Fast könnte man das meinen. Eva Herman, deren verstaubte Thesen zu Mutterschaft und Familie wie aus dem vorletzten Jahrhundert klingen, wurde von einem selbstgefälligen und selbstgerechten Tribunal in die Ecke geredet egal wie (geschickt oder ungeschickt) sie sich verteidigte. Man erinnere sich: Kerner selbst hat nach dem Massaker von Erfurt vor laufender Kamera ein Kind mit seinen aufdringlichen Fragen gequält. Er müsste am besten wissen, wie schnell man in einen Fettnapf tritt. Mir hat am Ende der Sendung Eva Herman sogar ein bisschen leidgetan. Auch das hat sie nicht verdient."

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