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Merken   Drucken   30.11.2007, 08:13 Schriftgröße: AAA

Pressestimmen: "Schutzprogramm für den Monopolisten"  

Es ist geschafft, der Post-Mindestlohn kommt. Doch Jubel über ein Ende der "Hungerlöhne" bleibt in der Presse die Ausnahme. Viele Kommentatoren fürchten um Wettbewerb in der Branche, sehen hinter der Entscheidung Wahltaktik - und blicken deshalb skeptisch auf die Zukunft der Koalition.
"Kölnische Rundschau":
"Die Union hat gestern einen Rückzug angetreten, den man nur mit übertriebenem Verständnis als strategisch bewerten kann. Dass sie den Mindestlohn bei den Briefzustellern nun, nach einer geringfügigen Korrektur durch die Tarifvertragsparteien, akzeptiert, hat mit inhaltlichen Erwägungen ganz sicher nichts zu tun. Es mag Branchen geben, da lässt sich zum Beispiel an das Wachgewerbe denken, wo der Mindestlohn ein ordnungspolitisches Instrument sein kann, das fairen Wettbewerb erst sichert. Der Postmarkt gehört nicht dazu. Dort funktioniert der Mindestlohn eher als Schutzprogramm für einen alten Monopolisten, der dem künftigen Wettbewerb lieber aus dem Wege gehen möchte. Nein, es ging nur um wahltaktische Überlegungen. Doch war es noch nie eine sehr clevere Strategie, aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen."

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