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Merken   Drucken   01.11.2008, 13:37 Schriftgröße: AAA

Pressestimmen: "Selbstbedienungsladen Bahn"  

Der Bahn-Vorstand genehmigt sich zusätzliche Millionen und die Bundesregierung stimmt zu. Die Kommentatoren haben einen Schuldigen ausgemacht: Verkehrsminister Tiefensee.
"Kölnische Rundschau":
"Der Mann, der so viel verdienen soll wie ein durchschnittlicher Dax-Vorstand, bleibt also im Wesentlichen Angestellter eines Staates, dessen Regierung gerade das Gebot der Bescheidenheit für AG-Vorstände entdeckt hat. Im Juni, als Mehdorns Gehalt beschlossen wurde, war die Regierung davon weit entfernt, und das macht die Sache grottenpeinlich. Spät, zu spät sei er informiert worden, jammert Verkehrsminister Tiefensee. In Wirklichkeit hat er sich damals für Mehdorns Gehalt offenbar so wenig interessiert wie sein Kollege Steinbrück. Mehdorn sollte sich jetzt entscheiden. Entweder wird er Vorstand einer börsennotierten AG. Oder er managt das Schienennetz des Bundes, aber bitte zu Tarifen, die einem Staatsdiener angemessen sind."
"Volksstimme" (Magdeburg): "Wo, zum Teufel, leben wir eigentlich? In einem riesigen Selbstbedienungsladen? Was sich Bahnchef Mehdorn und seine Vorstandsmitglieder an zusätzlichen Millionen mit Zustimmung der Bundesregierung in die Tasche stecken wollen, ist schier unglaublich. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Während die Kanzlerin und ihr Finanzminister die Manager der privaten Wirtschaft fast täglich anflehen, mit den eigenen Gehältern maßvoller zu sein, kriegen die Chefs des Staatsunternehmens Bahn den Hals nicht voll. Über die Vorgabe von 500.000 Euro Jahresgehalt für Bankdirektoren muss sich Mehdorn doch halb tot gelacht haben. Und Verkehrsminister Tiefensee? Die Entlassung seines Staatssekretärs war ein Bauernopfer, ein durchsichtiges Manöver, um die eigene Haut zu retten. Dafür ist es nun zu spät. Für ihn und Mehdorn ist der Zug abgefahren."

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