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Merken   Drucken   15.12.2008, 09:50 Schriftgröße: AAA

Pressestimmen zu Datenklau: "Es fällt schwer, den Banken zu glauben"  

Der Skandal bei der Landesbank Berlin zeigt einmal mehr, wie unsicher sensible Daten sind - auch in den Händen von Banken. Die Kommentatoren sehen den Staat in der Pflicht, fordern aber auch den Bürgern etwas ab: Eigenverantwortung.
"Main-Post" (Würzburg):
"Eigenverantwortung ist angeraten, obwohl Politiker den Bürgern offenbar nicht viel davon zutrauen. Indiz dafür ist die Raucher-Gesetzgebung. Doch selbst deren Überwachung fällt leichter, als die von Datenschutz-Gesetzen in der Welt des Internets. Dort zerfrisst eine nicht fassbare grenzüberschreitende Gesetzlosigkeit das Rechtsbewusstsein. Man setzt auf das Motto, was ich daheim auf meinen Computer hole, das gehört mir. Daran wollen Politiker teilhaben, wenn sie Computer oder Telefonverbindungen gesetzlich öffnen möchten als Vorbeugung gegen Kriminalität und Terrorismus. Damit wollen sie Gefahren bannen und eine Sicherheit schaffen, die sie im Umgang mit sensiblen Daten nicht in der Hand haben. Deshalb gilt Eigenverantwortung. Trotz neuester Technik hat eine alte Weisheit Bestand: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
"Sächsische Zeitung" (Dresden):
"Mit diesen Abrechnungsdaten wäre es nicht möglich, Konten zu plündern, sagt die Bank. Mag sein. Doch nach diesem neuerlichen Daten-Skandal fällt es schwer, den Sicherheitsversprechen von Banken noch zu glauben. Wenn die Landesbank Berlin so schlampig mit Kartenabrechnungen umgeht, sollte der Kunde sich darauf einstellen, dass eines Tages auch seine Geheimzahlen nebst Kartennummern illegal auf den Markt gelangen. Vielleicht war dies die Absicht derjenigen, die die Pakete unterschlagen und einer Zeitungsredaktion zugespielt haben. Sicherheitslücken gibt es nicht nur bei der Telekom, sondern auch bei großen Banken - das hat der Vorfall gezeigt."

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  • dpa, 15.12.2008
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