Der Autor Ihrer Lieblingskolumne ist einer dieser Schreihälse, was ihm kaum Applaus, aber einige Beschwerden eingebracht hat. Wie gut, dass das Gerät zur Lärmmessung im Großraumbüro nach kurzer Zeit den Geist aufgab.
Für alle, die gern zetern, pöbeln, schreien, Gift und Galle spucken, gibt es jetzt gute Nachrichten. Und das selbstredend aus England, dessen Einwohner seit Jahren in allen Urlaubsregionen der Welt als Botschafter schlechter Manieren unterwegs sind. Wissenschaftler der Universität Norwich fanden jetzt heraus, dass regelmäßiges Fluchen im Job den Teamgeist im Kollegium fördert, ein geharnischtes "F... you" also für gute Stimmung sorgt. Kraftausdrücke könnten helfen, Druck abzulassen und die Solidarität zu fördern, heißt es in der Studie mit dem wundervollen Titel "Fluchen während der Arbeit und tolerante Führungskultur: Wenn Asoziales sozial wird und Unhöflichkeit akzeptiert wird".
Nun soll dies aber kein Freifahrtschein für zügellosen Verbalkrawall sein. Obacht, Schreihals: Sind Chefs oder gar Kunden in der Nähe, kommt Fluchen nicht besonders gut an, schallt es aus Norwich. Die verhuschte Delegation des asiatischen Partners wird heimische Schimpfwörter sicher nicht als kulturelle Bereicherung aufnehmen und daher eher eingeschüchtert als motiviert. In diesen speziellen Momenten wird Asoziales nicht sozial, sondern zur Abmahnung oder Kündigung.