Doch jetzt geht es nicht mehr um das Ob, entscheidend ist, was am 18. September hinten rauskommt. Immerhin haben wir zuletzt viel über das Land gelernt. Die (Achtung: CDU-nahe) Adenauer-Stiftung hat es resümiert.
Der Wahlkampf habe "manchen Leuten großen Spaß" bereitet, das Land wurde mit Plakaten überzogen. "Es machen schon Witze die Runde, dass alle Kandidaten, die nicht ins Parlament einziehen, wegen Sachbeschädigung und Umweltverschmutzung verhaftet werden sollten." Ein Gewinner stehe so fest: die Druckereien.
Die Globalisierungsprofiteure aber sitzen mal wieder anderswo: "Spezialfirmen in Kanada produzierten die 140.000 Wahlurnen, China stellte die Wahlstationsausrüstungen, Firmen in Österreich und Großbritannien druckten die 40 Millionen Stimmzettel." Ausgerechnet die Österreicher, musste das wirklich sein?
Es gibt ernstere Aspekte: Die Emanzipation ist unvollendet. Sagen wir es deutlich: Frauen hatten hier politisch bisher nichts zu melden. Die Wende ist nötig!
Und: Dieses Land ist in Teilen verarmt, es ist zerrissen. Mächtige Landesfürsten kochen ihr eigenes Süppchen. Die Analphabetenrate ist so hoch, dass es Pläne gab, Symbole statt Namen auf die Wahlzettel zu drucken. Die Korruption wuchert.
Fazit: Schon im Vorfeld der Wahl taten sich "Abgründe zwischen Anspruch und Realität auf", klagt die Adenauer-Stiftung. Sie hegt einen bösen Verdacht: Nur wegen des "astronomisch hohen Salärs" dränge es manchen ins Parlament. Nun drohe Sabotage beim Transport der Wahlunterlagen. Insgesamt kann ich Dr. Babak Khalatbari von der Stiftung nur zustimmen. Es ist "eine Wahl zwischen Diktatur und Demokratie". Viel Glück, Afghanistan!