Stattdessen bin ich meist von grenzdebilen Platinen umgeben. Beispielsweise musste ich knapp eine Woche lang Abfalltüten auf dem Balkon stapeln, weil unsere computerisierte Müllschleuse mich keinen Beutel mehr einschmeißen ließ.
Vor zwei Tagen verlief ich mich heillos in einer sehr unglamourösen Gegend, weil das GPS mich verloren hatte. Auch Freunde und Kollegen klagen in letzter Zeit ständig über heiß laufende Kühlschränke, mysteriöse Funkstille beim W-Lan, erblindende Fernseher und streikende Küchenmaschinen. Technik, die Menschen überflüssig macht? Pah! Roboter, die uns sämtliche Alltagsaufgaben abnehmen? Schön wär's. Die Herrschaft der Maschinen? Genau, und Kim Jong-il wird Germany's Next Topmodel.
Was wurde uns früher Angst und Bange gemacht in Film und Literatur, vor garstigen Aliens, allwissenden Regimen und fiesen "Terminator"-Cyborgs. Die Wirklichkeit? Ein sauteurer Kaffeevollautomat, der "Tropfschale leeren" schluchzt. Ständig stromdurstige Handys. Fettanalysewaagen, die stündlich andere Wabbelwerte messen. Software mit Registrierungsschlüsseln wie astronomische Formeln. Ach ja, vergessen wir die schwer genialen Callcenter-Sprachcomputer nicht. "Ich habe Sie NICHT verstanden ...". Dass noch 40 Jahre nach der (angeblichen) Mondlandung "Es ist ein Ausnahmefehler aufgetreten" blinkt, Flüge heillos überbucht sind, Anzüge knittern und es immer noch Schmelzkäsezubereitungen gibt - da bin ich schon enttäuscht.
Oder, konstruktiv ausgedrückt: Jetzt aber mal Vollgas into the future!