Wenn das kein kraftvoller Auftakt ist. Gleich in einer seiner ersten Reden hat
Barack Obama angekündigt, dass Amerika künftig eine neue "Führungsrolle in Sachen Klimawandel" übernehmen und dabei Millionen "grüne" Jobs schaffen werde.
Der künftige Präsident will die Kohlendioxidemissionen der USA mithilfe eines Zertifikatesystems drastisch senken; zugleich sollen Jahr für Jahr zusätzliche 15 Mrd. $ Staatsmittel in alternative Energien fließen, um als "Katalysator" weitere private Investitionen anzuregen. Obamas großes grünes Freundschaftsangebot an die Wirtschaft: "Jede Firma, die in saubere Energie investieren will, wird einen Verbündeten im Weißen Haus haben."
Es lässt sich zuverlässig vorhersagen, dass sich das Weiße Haus vor Angeboten williger Energie-Alliierter schon in Kürze kaum wird retten können.
Die entscheidende Frage ist dann allerdings, wer den Takt vorgibt: der Präsident - oder ein rasant wuchernder öko-industrieller Komplex? Bevor Obama in der grünsten Lobby- und Subventionssause aller Zeiten die Kontrolle verliert, sollte er sich wenigstens noch einmal kurz über den Fall Enron informieren. Er muss ja nicht gleich laut sagen, was er daraus lernt.
Crash-Kapitalismus
Der Totalzusammenbruch des texanischen Energiehändlers Enron galt bis zur aktuellen Finanzkrise als das größte Desaster des modernen amerikanischen Kapitalismus überhaupt. Ein weitverzweigter Konzern, der binnen wenigen Jahren bis zum siebtgrößten US-Unternehmen und zur verehrten Vorzeigecompany aufgestiegen war, implodierte Ende 2001 praktisch über Nacht, als massive Bilanztricksereien aufflogen. Von der einstigen Ikone blieb am Ende praktisch nichts.