Schon wird die Lage mit dem Frühjahr 2003 verglichen. Damals hatte die Welt den Absturz der verrückt aufgeblasenen Preise für Aktien, besonders die für Telekom- und Internetaktien, gerade hinter sich. Die Bush-Regierung begann ihren Krieg gegen den Irak. Ökonomisch gab es bei noch schwacher Konjunktur in den USA Erholungszeichen. Die Angst, das Land könne wie Japan in eine Art Deflation rutschen, legte sich, während Regierung und Notenbank sich entschlossen zeigten, eine derartige Entwicklung nicht zuzulassen. Es folgte ein vier Jahre dauernder Kursanstieg.
Wie kam es dazu? Es war nicht das Wirken der freien Märkte allein. Die Wirtschaftspolitik (vorwiegend in den USA) war darauf angelegt, die Schäden aus der zerplatzten New-Economy-Blase durch das Anfachen einer neuen Spekulationswelle zu heilen. Die Vermögensverluste, die bei den Pensionsfonds, also den Rentnern und bei den Bürgern mit mittlerem und hohem Einkommen, angefallen waren, sollten ein wenig kompensiert werden, um den Konsum nicht abstürzen zu lassen.
Es gelang. Der Immobilienmarkt für schlichte Wohnhäuser wurde zum Spekulationsobjekt des internationalen Finanzkapitals. Die Spekulationsblase führte die USA und bald darauf auch die Weltwirtschaft aus einer ansonsten fälligen Unterkonsumtionskrise.
Vermiedene Konsumkrise
Tatsächlich trat eher das Gegenteil einer Unterkonsumtionskrise ein. Die Amerikaner konsumierten und kauften, was das Zeug hielt. Sie verschuldeten sich über ihre teurer werdenden Immobilien. Die Aktienkäufer vom Frühjahr 2003 wurden belohnt.