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Merken   Drucken   09.07.2006, 17:41 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Sebastian Dullien: Glück gehabt, Italien  

Das Scheitern der deutschen Gesundheitsreform ist eine gute Nachricht für die Euro-Zone. von Sebastian Dullien
Wenn man die Zeitungen der vergangenen Tage liest, könnte man glauben, die Republik stehe kurz vor dem Untergang: Die Tatsache, dass die große Koalition nicht eine große Umfinanzierung des Gesundheitssystems auf den Weg gebracht hat, zeige, wie reformunfähig das Land sei, so die Kommentatoren. Dies werde nach der Sonderkonjunktur 2006 die deutsche Wirtschaft zurück in die Dauerstagnation drücken.
Zum Glück sind diese Kassandra-Rufe ökonomisch nicht fundiert. Tatsächlich könnte sich das vorläufige Scheitern der Reformen als Glücksfall erweisen - für den Rest der Euro-Zone und damit langfristig auch für Deutschland. Auch in der EU-Kommission wird der ein oder andere erleichtert aufatmen.
Moment, mögen Sie einwenden. Warum sollte es für unsere Nachbarn gut sein, wenn Deutschland eine derart wichtige Reform in den Sand setzt und deshalb langsamer wächst?

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