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Merken   Drucken   24.11.2003, 17:04 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Stupid White Man  

US-Autor Michael Moore schreibt gegen Bush, doch mit Feinden wie ihm lässt es sich trefflich regieren. von Wolfgang Münchau
Michael Moore   Michael Moore
In der "Spiegel"-Bestseller-Liste für Sachbücher steht Michael Moore mit seinem neuen Buch "Volle Deckung, Mr. Bush" auf Platz zwei. Sein früherer Bestseller "Stupid White Men" folgt auf Platz drei. Moore spricht vielen Deutschen aus dem Herzen: endlich mal ein netter Amerikaner, der genau so redet wie wir. Diejenigen, die Amerika für ein kulturloses Land halten und den US-Präsidenten tief verachten, haben einen Kronzeugen gefunden. Herzlichen Glückwunsch.
Das Problem ist nur, dass Moore selbst ein völlig unfähiger politischer Beobachter ist, der seine Leser an der Nase herumführt. Sein neues Buch enthält eine Reihe von Detailfehlern. So waren es etwa die Briten und nicht US-Außenminister Colin Powell, die sich zur Bewertung der Sicherheitslage auf eine im Internet veröffentlichte Diplomarbeit beriefen.
Wirklich problematisch sind Moores merkwürdige politische Einschätzungen, zum Beispiel zur bevorstehenden Präsidentschaftswahl. Moore fordert die Demokraten auf, einen ultraliberalen Kandidaten gegen Bush ins Feld zu schicken. Seine Lieblingskandidatin ist nicht Hillary Clinton, sondern Oprah Winfrey, das amerikanische Äquivalent von Margarethe Schreinemakers. Als Alternative zu Winfrey plädiert Moore für General Wesley Clark, einen Konservativen, der sich links positioniert und dessen Kampagne gerade dabei ist, im Sand zu verlaufen. Im Gegensatz zum demokratischen Establishment, das er so heftig kritisiert, hat Moore nicht erkannt, dass man ohne politische Erfahrung allenfalls Gouverneur von Kalifornien werden kann, nicht aber Präsident der Vereinigten Staaten.

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  • FTD, 24.11.2003
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