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Merken   Drucken   14.05.2009, 19:06 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Fricke: Gewinne von gestern  

Die Deutschen haben ein ausgeprägt problematisches Verhältnis zu Unternehmen, die viel Gewinn machen. Dabei gibt es gute Gründe für Profite - und schlechte. Für die jüngste Vergangenheit gilt womöglich letzteres. von Thomas Fricke
Wenn es um Rendite geht, hört der Spaß hierzulande schnell auf. Da poltern Chefsozis über "moralisch verirrte Ziele". Und Unternehmen müssen in Talkshows schon mal "zugeben", dass sie Geld verdienen. Na so was.
Das hat per se etwas Absurdes in einer Wirtschaft, deren Fortschritt davon abhängt, dass Unternehmer ihr Geld in Neues investieren - was sie kaum tun würden, wenn nicht die Chance auf Gewinn bestünde. Die Frage ist nur, ob es jenseits des Emotionalen sein kann, dass Gewinne zu hoch ausfallen. Und ob die aktuelle Weltfinanzkrise dafür ein Illustrationsfall ist. Der Verdacht ist nicht einfach zu widerlegen.
Belohnung nur für wahre Pioniere
Wo der richtige Gewinn eines Unternehmens liegt, können auch Ökonomen nicht so genau sagen. Im längerfristigen Schnitt liege die Eigenkapitalrendite bei zehn Prozent, sagt Gustav Horn vom gewerkschaftsnahen IMK-Institut. Nur heißt das weder, dass Einzelne (oder alle) nicht auch mal mehr oder weniger verdienen können. Noch dass das auf ewig so bleibt.
Orthodoxere halten gekonnt unverbindlich dagegen, dass der Markt bestimme, wie hoch Gewinne ausfallen. Das Problem: Gerade nach urmarktwirtschaftlicher Lehre dürfte es gar keine richtigen Gewinne geben. Sobald jemand etwas erfolgreich anbietet, müsste es bei freiem Marktzugang rasch so viele Nachahmer geben, dass im Nu kein Gewinn mehr bleibt. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass hohe Gewinne eher ein Zeichen für schlecht funktionierende Märkte sind.

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