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Merken   Drucken   21.02.2008, 19:25 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Fricke: Konjunkturgeist schwach, Flasche leer  

Über Konjunkturpakete lässt sich trefflich streiten. Fahrlässig ist aber, so zu tun, als würden Politiker nicht ständig Einfluss darauf nehmen, ob es zu Rezessionen kommt - gewollt und ungewollt. Es ist ein deutsches Drama. von Thomas Fricke
Wenn es um Konjunkturpolitik geht, werden Ökonomen in Deutschland gern grundsätzlich. Und entwickeln artfremde Sprachbegabung. Dann ist von Geistern die Rede, die nicht aus Flaschen dürfen. Von Giftschränken und von Verstaubung. Oder von gefährlichen Diskussionen, die jetzt nicht aufkommen dürfen. (Schön, dass wir Ökonomen haben, die uns frühzeitig vor demokratischen Exzessen warnen.) Und es klingt immer ein bisschen so, als würde sonst in den nächsten Tagen das Abendland implodieren.
Dabei könnte es in den kommenden Monaten dringlich werden, die ideologische Fallhöhe abzubauen - bei aller Kritik, die man an Konjunkturpaketen üben kann. Absurd ist, vor lauter Anti-Konjunkturpolitik-Gepolter so zu tun, als habe das, was Bundesregierungen oder Notenbanker machen, keinen Einfluss darauf, ob es Aufschwünge oder Rezessionen gibt. Nur dass das in Deutschland weniger an Geister aus Flaschen erinnert als an Elefanten im Porzellanladen.
In der akademischen Modellwelt lässt sich womöglich sorgfältig trennen zwischen der tiefen, mittelfristig angelegten Dynamik eines Landes (die via weitsichtige Wirtschaftspolitik zu steigern ist) und dem konjunkturellen Zappeln um diesen Trend herum. Wobei dieses Zappeln gern für unvorhersehbar und im Grunde belanglos erklärt wird. Was wiederum den nahe liegenden Vorteil hat, dass man sich mit Letzterem auch nicht beschäftigen muss, zugleich allerdings erklären könnte, warum es wie Tante Erna vor der Lichtmaschine klingt, wenn sich manche in diesen Wochen zum Thema Konjunkturpolitik äußern. Geist weg, Flasche leer.

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