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Merken   Drucken   24.04.2008, 19:15 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Fricke: Schöner kriseln mit Angie  

Deutschlands Industrie scheint berauscht vom eigenen Erfolg rund um den Globus. Dabei könnte sich das Gefühl der Unverletzbarkeit schon bald als trügerisch erweisen. Eine Krisenwarnung, Teil 2. von Thomas Fricke
Unkontrolliertes Glücksempfinden kann beim Menschen auf Dauer zu Wahrnehmungsstörungen führen. Das gilt offenbar auch für deutsche Industrievertreter, die vor lauter Erfolg zurzeit gern mal behaupten, dass "die Welt deutsche Maschinen liebt". Oder die sich darin kuscheln, dass weder Finanzkrise noch Ölpreisschock und Superteuro der neuen deutschen Wirtschaftskraft schaden.
Dieses Phänomen scheint auch Notenbanker wie Bundesbankchef Axel Weber zu ereilen, die inmitten globaler Rezessionssorgen anregen, die Zinsen doch mal zu erhöhen. Oder Wirtschaftsminister wie Michael Glos, die Deutschland dank - Achtung! - "unserem Reformkurs" als "widerstandsfähig" einstufen*.
Dabei droht sich bald zu zeigen, dass auch für deutsche Unternehmen die Gesetze ökonomischer Schwerkraft noch gelten, wenn es um Ölrechnungen oder dollarbedingt nachlassende Wettbewerbsfähigkeit geht. Und dass auch einer Gute-Nachrichten-Kanzlerin der Aufschwung ausgehen kann. Die starke Eintrübung des Geschäftsklimas, die das Ifo-Institut am Donnerstag meldete, ist ein Warnsignal. Zeit für eine Krisenwarnung.
Klar, deutsche Unternehmen sind heute auf Anhieb nicht mehr so stark unter Druck wie vor fünf Jahren. Anders als damals haben sie zumindest im Euro-Raum nicht mehr damit zu kämpfen, dass sie ihre Kosten wegen des anfangs viel zu hohen Euro-Umtauschkurses abbauen mussten. Nach jüngsten Erhebungen standen die Deutschen 2007 nur noch auf Platz sieben der innereuropäischen Kostenrangliste (nur noch kurz vor den billigen Briten).

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