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Merken   Drucken   11.06.2008, 19:35 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Klau: Helden der Arbeit  

Einwanderungspolitik bleibt verschämt. Dabei wird Europas Zukunft stärker von Migranten bestimmt als die der USA - die Politik darf das nicht verdrängen. von Thomas Klau
Die blutige Jagd auf Ausländer in Südafrika hat uns daran erinnert, dass kein Kontinent und wenige Gesellschaften vor Hass auf arme Einwanderer gefeit sind. Der Ausbruch der Barbarei im Land Nelson Mandelas ist bedrückend. Bevor das Entsetzen aber zu zivilisatorischem Dünkel führt, sollten wir uns erinnern, dass auch bei uns Ausländer zu Tode gehetzt wurden. Mörderische Xenophobie war in den vergangenen 15 Jahren auch eine deutsche Spezialität, die mit dem Hinweis auf Wiedervereinigungsmiseren nur teilweise erklärt und deswegen nicht weniger ungeheuerlich ist.
Die deutsche Justiz verfolgt die Urheber xenophober Gräueltaten, und die deutsche Gesellschaft als Ganzes bemüht sich, Ausländerfeindlichkeit als inakzeptable Haltung zu bekämpfen. Deutschland ist hierbei eingebettet in einen europäischen Konsens, der sich in europäischer Gesetzgebung niederschlägt und den EU-Mitgliedern das angenehme Gefühl verschafft, dass man sich im Umgang mit Ausländern auf Seiten des Staats und der Politik im Großen und Ganzen nichts vorzuwerfen habe. Fremdenhass wird bekämpft, Integration gefördert, Asyl gegeben. Was will man mehr?
Genau dieses Gefühl der Selbstzufriedenheit zeigt jedoch, welch langen Marsch zu Intelligenz und Humanität die Politik in Deutschland und in Europa noch zurücklegen muss. In ihrem Reden und mehr noch in ihrem Handeln transportieren unsere politisch Verantwortlichen immer noch allzu oft die Fiktion, Einwanderung sei für diesen Kontinent ein Randphänomen, das man mit dem Prädikat "illegal" behaftet und danach mit polizeilichen Mitteln erfolgreich bekämpfen kann.

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