Vor Kurzem sagte mir ein ehemaliger Topmanager eines großen deutschen Industrieunternehmens, man spreche heute nur noch über die Krise, keiner rede mehr über Innovation. Und dabei ist es die Innovation, die für die wirtschaftliche Zukunft des Landes so wichtig ist.
Recht hat er. Nur leider sind die Implikationen dieser Entwicklung für Deutschland genau so alarmierend wie die der Krise selbst.
Es gibt zwei Arten von Innovationen: zumeist marginale Verbesserungen von etwas Bestehendem oder das, was Ökonomen kreative Zerstörung nennen. Deutschland war immer gut auf dem ersten Gebiet, nicht immer gut auf dem zweiten. Und der Trend geht vom ersten weg.
Nehmen Sie als Beispiel die Autoindustrie, an deren Überleben die Politiker sich wie Affen klammern. Die Erfindung des Autos durch Gottlieb Daimler war eine der großen Innovationen der Menschheit. Das Gleiche galt für die Massenproduktion des Autos durch Henry Ford. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden Autos komfortabler, vielseitiger, schneller, sparsamer und sicherer. Auf all diesen Gebieten gab es bahnbrechende und lukrative Innovationen. Deren Grenznutzen nahm allerdings ab.