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Merken   Drucken   30.09.2008, 17:36 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Wolfgang Münchau - Keine Bank ist sicher  

Mit Ad-hoc-Maßnahmen lässt sich das Finanzsystem nicht retten. Auch Europa benötigt einen Notfallplan. Doch statt ihn vorzubereiten, ist die Politik auf dem besten Weg, aus der Krise eine Katastrophe zu machen. von Wolfgang Münchau
Jeden Tag eine Bank. Heute Fortis , dann Dexia  und zwischendurch auch noch die Hypo Real Estate . In allen Ecken Europas wackeln Banken, und in den USA ist der bislang einzige Gesamtplan einer Rettung gescheitert. Die Gefahr einer Kernschmelze des globalen Finanzsystems ist in den vergangenen drei Tagen rasant gestiegen.
Es ist daher höchste Zeit, dass die Politik eine konsistente Strategie entwickelt, hierzulande wie in den USA. Mit Ad-hoc-Maßnahmen kann man eine oder zwei Banken retten, aber nicht ein ganzes Finanzsystem. Das geht vielleicht noch in Belgien - und auch dort geht es eigentlich schon jetzt nicht mehr, nachdem man an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die zwei größten Banken des Landes gerettet hat. In einem Land wie Deutschland mit Tausenden von Banken geht es mit Sicherheit nicht.
Der mittlerweile gescheiterte amerikanische Rettungsplan war miserabel. Er hätte das Problem wahrscheinlich nicht gelöst und gleichzeitig die amerikanischen Staatsschulden in die Höhe getrieben. Es gibt allerdings nur eine wirkliche Alternative zu diesem Plan, und zwar ein besserer Plan. Ohne ein Rettungspaket kommt es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem kompletten Zusammenbruch des amerikanischen Finanzsystems und einer Wirtschaftskrise, wie sie die meisten von uns noch nie erlebt haben. Das gilt auch für Europa: Auch unsere Banken wackeln. Auch uns droht eine wirtschaftliche Katastrophe.

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