Zu sehen gibt es in dem Spot Menschen, die ihre nackten Oberkörper aneinander reiben, viel Alkohol trinken und Hundefutter essen. Mit einer Axt wird auf einen Computer und andere Gegenstände eingedroschen. Zu sehen ist auch, wie sich jemand eine Heroin-Spritze setzt.
Die Anarchistische Pogo-Partei (APPD) hat gerichtlich durchgesetzt, dass der Spot unzensiert in der ARD gezeigt werden musste. Zuvor hatte das ZDF eine zensierte Fassung ausgestrahlt. Damit könnte man es eigentlich belassen, den Kopf schütteln und zur Tagesordnung übergehen.
Doch dann empörten sich die "Bild"-Zeitung, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Innenminister Otto Schily über den Fall. Von einer Verletzung der Menschenwürde und des Jugendschutzes war die Rede. Schily schrieb in einem Brief an den Bundeswahlleiter von "widerlichen und perversen Bildern" und einer "Schande für Deutschland". Schily scheint zu glauben, dass sich im Ausland jemand für deutsche Punker interessiert.
Balkanisierung und Rückverdummung
Der Bundeswahlausschuss hat die Partei zugelassen. Bundeswahlleiter Johann Hahlen sieht nun keine Handhabe gegen die Anarchisten. Der Bundeswahlausschuss habe lediglich zu prüfen, ob eine Partei ernsthaft auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen will, sagte ein Sprecher Hahlens. Dazu seien Landes- und Kreisverbände sowie ein Programm vonnöten.
Ein Programm hat die Pogo-Partei. "Balkanisierung - Rückverdummung - Nie wieder Arbeit - APPD wählen!", brüllt APPD-Kanzlerkandidat Wolfgang Wendland zum Schluss des Spots in die Kamera. Sie tritt für eine Neuaufteilung Deutschlands in "Asoziale-Parasiten-Zonen"(APZ), "Sichere Beschätigungs-Zonen" (SBZ) und "Gewalt-Erlebnis-Parks" ein.
Damit sollte man eigentlich die Akte über die APPD schließen. Doch die Fortsetzung folgt bestimmt.