Das geringe Nutzenniveau der Makroökonomie für die Praxis überrascht nicht. Eine zentrale Ursache für den Irrweg der Volkswirtschaftslehre besteht in der zu einseitig ausgerichteten Orientierung an "Rational-Modellen".
Die Irrationalität spielt bei ökonomischen Entscheidungen eine wichtige Rolle. Aber viele Wirtschaftswissenschaftler setzen sich mit Emotionen und Glück nicht auseinander. Mathematische Ansätze wie der "Fractal View" von Benoît Mandelbrot können alte Paradigmen ablösen und praktischen Nutzen erbringen. Der Einsatz der Mathematik lohnt sich aber nicht, wenn damit praxisfremde Fälle durchexerziert werden.
Ein Paradigmenwechsel kann dann eingeleitet werden, wenn im Rahmen einer radikalen Institutionenreform neue Strukturen aufgebaut werden. Deutschland braucht dafür neue Köpfe, die den Mut zu holistisch orientierten Ansätzen haben und sich den drängenden wirtschaftspolitischen Fragen stellen.
Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren.
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